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Gerüchte

Was ist dran an den Gerüchten, die sich hartnäckig halten?

Stimmt es, dass ...



... Pilze und Spinat nicht wieder aufgewärmt werden dürfen?
Nein. Nicht nur Pilze, auch Spinat dürfen heutzutage wieder aufgewärmt werden. Wichtig ist, dass der Spinat nach der Zubereitung nicht lange bei Zimmertemperatur herumsteht. Reste am besten sofort im Wasserbad abkühlen und in den Kühlschrank stellen (gilt auch für das Aufbewahren anderer Gerichte). Beim Aufwärmen am nächsten Tag nicht aufkochen, sondern nur auf Esstemperatur bringen. Lediglich für Säuglingen und Kleinkindern (0-3 Jahre) kann das Wiedererwärmen schädlich sein, da sich das enthaltene Nitrat in Nitrit umwandelt und den Sauerstofftransport im Blut behindern und damit zur sogenannten Blausucht führen kann.


... 1 Glas Wein am Tag gesund ist?
Nein. Maximal empfohlene Menge Wein pro Tag für Männer ist 3/4 Glas und für Frauen 1/2 Glas (Kleine Gläser! ;-). Besser ist dagegen jedoch Traubensaft, in dem sich die gleichen Gesundheitsfördernden (ohnehin in Wein nicht in ausreichender Menge enthaltenen) Stoffe befinden.


... beschichtete Pfannen mit Kratzern nicht mehr benutzt werden dürfen?
Nein. Die häufigste Beschichtung ist Teflon (Polytetrafluorethylen). Der Kunststoff ist bis etwa 260 Grad Hitze chemisch stabil. Spiegeleier brennen in zerkratzten Teflonpfannen zwar schneller an, Krebs oder andere Krankheiten sind deshalb jedoch nicht zu befürchten. Allerdings: Wird eine Pfanne überhitzt, etwa weil man sie leer auf der Herdplatte vergisst, können laut einer US-Studie schon nach wenigen Minuten giftige Dämpfe entstehen.


... Käse und Schinken nicht zusammen erhitzt werden sollen?
Nein. Käse enthält Amine, gepökelter Schinken Nitrit. Beides kann bei hohen Temperaturen zu Krebs erregenden Nitrosaminen reagieren. Untersuchungen ergaben aber, dass Pizza oder Hawaii-Toast praktisch kaum zur Nitrosaminaufnahme beitragen. Gelegentlicher Genuss ist also unbedenklich.


... man Verschimmeltes wegwerfen muss?
Um ganz sicher zu sein, ja! Schimmelpilze bilden giftige und Krebs erregende Stoffe: Mykotoxine. Auf jeden Fall müssen schimmelige Flüssigkeiten und Joghurts weggeworfen werden, weil das gesamte Lebensmittel von unsichtbaren Pilzfäden durchzogen sein kann. Ebenso sollten Schimmelstellen auf Brot oder Käse nicht nur großzügig abgeschnitten, sondern besser komplett weggeworfen werden.


... man das Grüne an Kartoffeln und Tomaten wegschneiden muss?
Nachtschattengewächse wie Kartoffeln und Tomaten bilden zur Abwehr gegen Schädlinge giftiges Solanin normalerweise in harmlosen Mengen. Werden Kartoffeln zu hell oder zu lange gelagert, entstehen grüne Stellen mit stark erhöhtem Solaningehalt, die man entfernen muss. Unreife Tomaten sollte man nicht in großen Mengen essen, aber eingemachte Spezialitäten daraus sind kein Problem. Ob der Stielansatz von Tomaten dran bleibt, ist dagegen eher Geschmackssache.

... man Angebranntes nicht mehr essen darf?
Beim Verkohlen von Lebensmitteln entstehen Krebs erregende Substanzen wie zum Beispiel polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Zwar sind sie fest in der Kohle gebunden und werden unverdaut wieder ausgeschieden. Wegen eines ganzen Cocktails problematischer Stoffe sollte man schwarze Stellen dennoch nicht essen.


... man Käserinde fingerdick abschneiden soll?
Käse wird häufig mit Natamycin (E 235) gegen (Schimmel-)Pilze geschützt. Das Antibiotikum wird auch beim Menschen eingesetzt, zum Beispiel bei Pilzinfektionen von Haut und Augen. Weil die Bildung von Resistenzen nicht ausgeschlossen ist, sollten Rinden nicht verzehrt werden. Da Natamycin nur einen halben Zentimeter in den Käse eindringt, genügt es, etwa so viel abzuschneiden. Natürlich gereifte Käserinden können gegessen werden; bei Biokäse ist die Behandlung mit Antibiotika verboten.


... man nur Sonntags ein Frühstücksei essen sollte?
Nein. Sein hoher Cholesteringehalt hat das Ei in Verruf gebracht. Doch jetzt steht fest, dass Cholesterin im Essen mit dem Cholesterinspiegel im Blut wenig zu tun hat. Auch bei einem Ei pro Tag droht keine Gefahr für Herz oder Gefäße.


... möglichst wenig Salz verwenden soll?
Das gilt für manche Bluthochdruck-Patienten. Gesunde müssen den Salzstreuer nicht vom Tisch verbannen. Zudem kann auch zu wenig Salz krank machen: Der Durst lässt nach, es droht Natriummangel, der Cholesterinspiegel steigt. Übrigens sinkt der Blutdruck auch bei normalem Salzkonsum, wenn viel Obst, Gemüse (Kalium) und Milchprodukte (Kalzium) auf den Tisch kommen.


... man drei Liter am Tag trinken soll?
Ein Erwachsener muss täglich etwa 2,5 Liter Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Rund ein Liter Flüssigkeit steuern feste Lebensmittel bei, die restlichen 1,5 Liter müssen getrunken werden bei Hitze, Krankheiten und körperlicher Anstrengung entsprechend mehr. Neuerdings dürfen auch Kaffee und Tee mitgerechnet werden, zumindest bei mäßigem Konsum (etwa drei Tassen pro Tag).


... man mit einem Glas Wein am Tag länger lebt?
Menschen, die mäßig, aber regelmäßig Alkohol trinken, haben eine höhere Lebenserwartung als Abstinenzler, zeigen Studien. In Frankreich wurde dies für Wein belegt, in Polen für mäßigen Biergenuss. Auf den Effekt kann übrigens nicht zählen, wer als Wochenend- oder Quartalssäufer die gleiche Menge Alkohol geballt zu sich nimmt.


... nach Obst und Rotwein die Zähne nicht putzen soll?
Nicht sofort, denn Säuren in Obst, Säften oder Wein greifen den Zahnschmelz an. Wird gleich danach gebürstet, droht Zahnerosion.


... man mit Käse den Magen schließt?
Käse besteht aus Eiweiß und Fett. Beide sättigen am besten, weil sie länger im Magen bleiben und nur allmählich "weiterverarbeitet" werden.


... Schokolade und auch Nuss-Nougatcreme mit Rinderblut versehen werden?
Nein. Immer wieder kursieren Gerüchte um die Inhaltsstoffe von Schokolade und versetzen Heerscharen von Schokoladenabhängigen in Angst und Schrecken. Doch es gibt EU-weite Richtlinien die genau regeln, welche Bestandteile in Schokolade enthalten sein dürfen und welche nicht. Blut in irgendeiner Form gehört natürlich nicht dazu. Ihren Ursprung haben die Gerüchte vermutlich in der ehemaligen DDR, die einst ein Forschungsprojekt startete, bei dem getrocknetes Blut verwendet wurde, um Schokolade eine kräftigere Farbe zu verleihen. Eine weitere mögliche Gerüchtequelle stellt ein Patentantrag dar, bei dem ein Verfahren patentiert werden sollte, um den Eiweißgehalt von Lebensmitteln mit Hilfe von Blut zu erhöhen. Dieses Patent wurde jedoch nie erteilt.


... Zucker ein Vitamin- und Mineralstoffräuber ist?
Nein. Wissenschaftler bestätigten schon vor einiger Zeit, dass Vitamin B1 zwar am Zuckerabbau beteiligt ist, dabei jedoch nicht, wie zuvor angenommen, verbraucht wird. Vitamin B1 ist zudem auch am Abbau von Eiweiß und Fett beteiligt. Es stimmt ebenfalls nicht, dass Zucker ein Calciumräuber ist.


... brauner Zucker gesünder als weißer Zucker ist?
Nein.


... bei der Joghurtherstellung Sägespäne verwendet werden?
Jein. Denn die in Joghurt enthaltenen natürlichen Aromen werden tatsächlich aus Sägespänen gewonnen. In einem komplizierten Verfahren werden die Sägespäne unter Zugabe von Wasser und Alkohol so bearbeitet, dass sie ein Aroma abgeben, das nach Erdbeeren schmeckt. Mit Sägespänen an sich hat der Erdbeerjoghurt am Ende deswegen nichts mehr zu tun. Es stimmt auch nicht, dass das Fruchtfleisch eigentlich aus Sägespänen besteht. Das Verfahren zur Aromaherstellung ist selbstverständlich rechtlich zugelassen, denn laut Definition müssen natürliche Aromen aus natürlichen Stoffen gewonnen werden und das können u.a. Sägespäne sein. Aromen gehören zu den Lebensmittelzusatzstoffen und müssen, bevor sie Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen, viele Prüfungen durchlaufen.


... man ernsthaft krank wird, wenn nach dem Verzehr von Kirschen ein Glas Wasser getrunken wird?
Nein. Die Mahnung, nach dem Genuss von Kirschen kein Wasser zu trinken, stammt vermutlich aus einer Zeit, in der das Trinkwasser eine schlechte Qualität hatte. Da auch Kirschen aufgrund ihrer großen Oberfläche vielen Keimen Platz bieten, konnte es passieren, dass bei dem Verzehr einer großen Menge Kirschen, denen ein Glas keimhaltiges Wasser folgte, der Magen rebellierte. Heutzutage ist das Trinkwasser jedoch hygienisch einwandfrei und kann bedenkenlos nach einer gut gewaschenen Portion Kirschen getrunken werden.


... in Brot und Brötchen Haare verarbeitet werden?
Nein. Aufgekommen ist das Gerücht durch die Substanz Cystein, die in der Backstube verwendet wird, aber auch im menschlichen Körper vorkommt. Cystein ist eine Aminosäure, die vom menschlichen Körper selber hergestellt werden kann und in großen Mengen in Haaren, Fingernägeln oder im Blut vorkommt. Auch in der Backstube ist Cystein begehrt, denn Cystein macht einen Teig weich und dehnbar.


... Cola die Knochen zerbrechlich macht?
Ja. Der übermäßige Genuss von Cola führt tatsächlich zu einem deutlichen Anstieg der Erkrankungen an Osteoporose schon bei jungen Menschen. Colagetränke sind reich an Phosphat (140 mg /Liter), das in Form von Phosphatsäure vorliegt. Die Phosphatsäure stört den Calciumstoffwechsel und verhindert die Aufnahme des Mineralstoffes in die Knochen. Da Calcium für die Knochenhärte sehr wichtig ist, kann es mit der Zeit zu einer Verminderung der Knochendichte kommen. Insbesondere dann, wenn wenig calciumhaltige Lebensmittel verzehrt werden.